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Rhodos (1)

Rhododendron und Azaleen gehören zu den schönsten und attraktivsten Blütengehölzen des Frühlings, mit ihren großen, farbenfrohen Blüten und ihren dunkelgrünen, ledrigen Blättern bringen sie Abwechslung und Farbe in den Frühlingsgarten.

Rhododendren gehören zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae), Azaleen gehören ebenfalls zur Gattung der Rhododendren, dabei unterscheiden sie sich von anderen Rhododendren dadurch, dass sie laubabwerfend oder kleinblättrig & immergrün sind. Mit über 1000 Arten und zahlreichen Sorten bilden die Rhododendron eine große Gruppe, die meisten Garten-Rhododendren sind Hybriden. In Deutschland gibt es 2 heimische Arten, die Rostblättrige Alpenrose (Rhododendron ferrugineum) und die Bewimperte Alpenrose (Rhododendron hirsutum), beide stammen aus dem Alpenraum. Der Name Rhododendron bedeutet Rosenbaum und kommt aus dem Griechischen.

Das Wuchsspektrum der Rhododendren reicht von Zwergsträuchern bis hin zu mehreren Metern hohen Bäumen. Auch können diese Sträucher ziemlich alt werden und am richtigen Platz zu stattlichen Exemplaren heranwachsen, dabei wachsen Rhododendren eher langsam und sind mit einigen sommergrünen Ausnahmen meist immergrün. Der Austrieb dieser, meist den Halbschatten liebenden, Pflanzen ist oft filzig um das junge Blatt vor Sonnenbrand zu schützen, die sommergrünen Azaleen verlieren im späten Herbst ihr Laub und haben oftmals eine hübsche Herbstfärbung.

Die Blütezeit von Rhododendron liegt hauptsächlich zwischen April und Juni, wobei die Knospen für das Folgejahr direkt nach der Blüte gebildet werden. Im Farbspektrum begeistern sie durch eine enorme Farbvielfalt, die von weiß-, über rosa-, zu rot-, gelb- und orange-Tönen reicht und sogar die lila- und violett-Töne abdeckt.

Rhodos (3)

Man kann Rhododendren in viele verschiedene Gruppen einteilen, dabei werden ihre jeweiligen Wuchs- & Blüheigenschaften berücksichtigt sowie ihre Herkunft. Eine genaue Einteilung ist auf der Seite der Deutschen Rhododendron Gesellschaft zu finden, wir möchten hier die gängigsten Gruppen vorstellen:

  • Immergrüne, großblumige Hybriden

Diese Gruppe begeistert durch besonders große Blüten zwischen März und Juli, dichten Wuchs und großes, immergrünes Laub. Sie ist die größte aller Gruppen und ist aus zahlreichen Arten entstanden. Bei Wuchshöhen von bis zu 5 Metern handelt es sich bei den großblumigen Hybriden schon eher um stattliche Sträucher, die für große Gärten gut geeignet sind. Außerdem sind Rhododendren dieser Gruppe gut winterfest, robust, gesund und blühwillig, sie eignen sich sowohl für Heckenpflanzungen als auch für den Einzelstand. In der Blütenfarbe sind immergrüne, großblumige Hybriden vielfältig, sie decken das volle Farbspektrum der Rhododendren ab, ihre Hauptblütezeit ist im Mai, oftmals gibt es eine Nachblüte im Herbst. Sortenbeispiele sind ‚Cunningham’s White‘, ‚Roseum Elegans‘, ‚Catawbiense Grandiflorum‘, ‚Nova Zembla‘ und viele mehr.

  • Yakushimanum-Hybriden

Yakushimanum-Hybriden zeichnen sich durch ihren langsamen, kompakten, kugeligen Wuchs und ihre Blühfreudigkeit – auch schon in jungen Jahren – aus, dabei sind ihre Blüten meist in Pastellfarben gehalten und werden im Verblühen weiß. Sie sind ideal für den kleinen Hausgarten, denn sie werden selten höher als 1 Meter und können bei ausreichender Wasserversorgung auch sonnige Standorte vertragen, dabei verfügen sie auch über eine ausgezeichnete Winterhärte. Yakushimanum-Hybriden sind immergrün und haben im Austrieb eine silbrig, filzige Blattbeschichtung als Sonnenschutz. Die Blätter sind leicht nach unten gewölbt und unterseits filzig behaart. Yakushimanum-Hybriden haben ihren Namen von ihrer japanischen Heimatinsel Yaku Shima erhalten. Sortenbeispiele sind ‚Hachmann’s Marlis‘, ‚Morgenrot‘ und viele mehr.

  • Williamsianum-Hybriden

Hybriden dieser Gruppe sind recht langsam und kompakt wachsend, sie bilden eine rundliche Form und werden meist nur bis zu 2 Meter hoch. Sie begeistern durch große, glockenförmige, oft rosafarbene und frühe Blüten. Die Blätter sind immergrün, klein und oval und im Austrieb oft bronzefarben und sehr dekorativ. An sonnigen Standorten wachsen Williamsianum-Hybriden zwar oftmals noch langsamer, bestechen dafür aber mit umso imposanteren Blüten. Williamsianum-Hybriden treiben sehr früh aus und können deshalb schon mal unter Spätfrösten leiden, ein Winterschutz kann hier empfehlenswert sein. Durch ihren schwachen Wuchs sind sie auch für kleinere Gärten geeignet, sind aber auch in großen Anlagen, gerade in Gruppen gepflanzt, eine Augenweide. Sortenbeispiele sind: ‚Gartendirektor Glocker‘, ‚August Lamken‘ und viele mehr.

  • Simsii-Hybriden

Rhododendron simsii – die Indische oder Zimmer-Azalee – ist nicht winterhart und hat sich deshalb den Weg in unsere Wohnzimmer gebahnt. Dabei wollen Zimmer-Azaleen einen möglichst kühlen Raum um möglichst lange zu blühen und dürfen nie völlig austrocknen. Angeboten werden sie zwischen September und März, sie blühen in den verschiedensten weiß-, rosa- und rot-Tönen, gefüllt oder ungefüllt. Zimmerazaleen werden nicht nur aus Simsii-Hybriden gezogen, auch andere Arten werden zum Züchten verwendet, die Simsii-Hybriden stellen aber die häufigste Gruppe an Zimmerazaleen dar.

  • Knap-Hill-Hybriden

Knap-Hill-Hybriden sind sommergrüne Azaleen, sie sind also laubabwerfend und bestechen durch oftmals wunderbar duftende, große Blüten und eine prächtige Herbstfärbung. Entstanden sind sie in der britischen Baumschule „Waterer & Godfrey, Knap Hill Nursery“, die auch namensgebend für diese Gruppe ist. Sie bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort, sind absolut winterhart und können bis zu 2 Meter hoch werden, dabei sind sie gesund und robust und recht stark wachsend. Der Frischtrieb ist leicht bronzefarben und die Blüten begeistern durch ihre zahlreichen, leuchtenden Farben. Sortenbeispiele sind ‚Klondyke‘, ‚Persil‘ und viele mehr.

  • Repens-Hybriden

Repens-Hybriden erfreuen uns durch ihre frühe, glockige, meist leuchtend rote Blüte, die schon ab Mitte April erscheint und Farbe in den winterlichen Garten bringt. Durch ihren frühen Blühzeitpunkt sind diese Pflanzen allerdings auch leicht Spätfrost gefährdet. Die ersten Repens-Hybriden entstanden um 1930 in England, sie sind kompakte, schwachwüchsige, klein bleibende Gehölze, die selten über 1 Meter hoch, dafür aber bis zu 2 Meter breit werden. Ihr Laub ist immergrün, dunkelgrün, glänzend und relativ klein. Verwendung finden sie auf kleineren Flächen, auch werden sie schon mal als Bodendecker eingesetzt. Sortenbeispile sind ‚Baden-Baden‘, ‚Scarlet Wonder‘ und viele mehr.

  • Japanischen Azaleen

Japanische Azaleen bilden eine große Gruppe verschiedener kleinbleibender, kleinlaubiger, reichblütiger, halbimmergrüner oder wintergrüner Sorten mit ähnlichen Ansprüchen. Sie stammen zum Großteil aus Japan und es gibt zahlreiche Sorten. Zwar sind Japanische Azaleen alle recht kompakt, ihre Wuchsform dagegen ist variabel, so gibt es straff aufrecht wachsende Sorten, kissenförmige und breitwachsende Formen, meist werden sie nicht höher als 1 Meter. Die Belaubung ist eher klein, es gibt halbimmergrüne und wintergrüne Sorten und eine Besonderheit, denn es werden 2 Arten von Blättern gebildet: das Sommerblatt, das eine schöne Herbstfärbung bildet und dann abfällt und das Winterblatt, das an der Pflanze verbleibt. Die Blütezeit reicht je nach Sorte von Anfang Mai bis Mitte Juni. Japanische Azaleen wünschen einen absonnigen bis halbschattigen Standort und sauren Boden, da sie sehr flach wurzeln, benötigen sie einen gleichmäßig feuchten Boden und dürfen nur schwach gedüngt werden. In jungen Jahren können fast alle Japanischen Azaleen einen Winterschutz gebrauchen. Verwendung finden sie sowohl Einzeln also auch in Gruppen. Sortenbeispiele sind ‚Blue Danube‘, ‚Madame Albert van Hecke‘, Arendsii-, Diamant- und Kiusianum-Azaleen und viele mehr.

Rhodos (5)

Verwendung:

Rhododendren sind vielseitig einsetzbar, sie können einzeln als Solitärpflanze stehen oder in Gruppen gepflanzt werden, auch als Hecke (wüchsige, großblumige Sorten, wie ‘Cunningham’s White’) und als Kübelpflanze (schwachwachsende, kleinbleibende Sorten) eignen sich bestimmte Sorten gut. In Japanischen Gärten werden Rhododendren und Azaleen gerne in großen Gruppen gepflanzt, hier findet man besonders viele Japanische Azaleen.

Kombinieren kann man Rhododendren besonders gut mit Stauden und auch mit so manchen Gehölzen, es muss dabei aber immer berücksichtigt werden, dass Rhododendren keine starke Wurzelkonkurrenz vertragen. Stauden wie Funkien (Hosta) und Schaumblüten (Tiarella) passen gut zu Rhododendron, sie bilden in den Anfangsjahren eine schöne, geschlossene Unterpflanzung und werden nach einiger Zeit vom immer dichter werdenden Rhododendron unterdrückt. Auch Gehölze wie der ebenfalls japanisch anmutende Blumen-Hartriegel (Cornus kousa), die Zaubernuss (Hamamelis) und die vielen verschiedenen Schneeball-Arten (Viburnum) passen bestens in die Umgebung von Rhododendren, ein idealer Schattenspender ist die heimische Wald-Kiefer (Pinus sylvestris).

Pflege:

Standort:

Rhododendren bevorzugen in der Regel einen halbschattigen-schattigen Standort, viele Arten kommen aber auch in der Sonne gut zurecht.

Wasser:

Diese Pflanzen mögen es gleichmäßig feucht, das ist besonders während der Blüte und dem Laubaustrieb wichtig, rollen sich die Blätter von Rhododendron ein, ist das meist ein Zeichen für Wassermangel. Ideal ist kalkfreies Regenwasser zum Gießen von Rhododendron.

Blüte ausknipsen:

Bei allen großblütigen Rhododendren sollten Sie die verwelken Blütenstände herausbrechen um die Bildung neuer Blütenknospen zu fördern.

Substrat:

Rhododendren sind Flachwurzler, in ihrer Heimat wachsen sie in der Regel in Laub- oder Mischwäldern auf sauren und gleichmäßig feuchten Rohhumusböden. Somit sind sie, was den Boden betrifft, recht anspruchsvoll. Sie mögen kalkfreie, humose, saure (pH-Wert zwischen 4,5 und 5,5), frische, lockere Erde. Da sie sehr flach wurzeln kann man ihnen solche Bedingungen im Garten sehr gut schaffen. Leichte Böden können mit Humus und saurem, organischen Material (wie kompostierter Rinde, Holzfasern, verrottetem Laub, etc.) aufgewertet werden. Schwere Böden mit viel Ton und Lehm sollten lieber gegen eine humushaltige, saure Moorbeet-Erde ausgetauscht werden, dabei ist es wichtig, das Pflanzloch sehr breit (3-4 Mal so breit wie der Ballen) zu gestalten, ein Tiefe von ca. 40 cm ist dafür schon ausreichend, bei schweren Böden ist es auch empfehlenswert eine Drainage aus Kies mit einzubauen. Alternativ können auf schweren, lehmigen Böden auch Inkharo-Hybriden gepflanzt werden, das sind lehm- und kalktolerante Rhododendren, die auch mit hohen pH-Werten (5,5-7) und auf schweren Böden gut zurechtkommen.

Dünger:

Dünger enthält alle die Nährstoffe, die Pflanzen zum Leben benötigen, so wie unsere verschiedenen Mahlzeiten am Tag alle Nährstoffe enthalten sollten, die wir für ein gesundes Leben brauchen. Gut genährte Pflanzen sind vital, gesund und widerstandsfähig. Ein guter Gartenboden bietet Pflanzen im Idealfall alle Nährstoffe an die sie brauchen, über die Zeit hinweg, werden diese aber mit dem Wasser ausgewaschen und von den Pflanzen aufgenommen, dann müssen wir über das Düngen Nährstoffe nachliefern. Da Rhododendren wie schon beschrieben besondere Ansprüche an den Boden haben, benötigen sie nicht nur einen Spezial-Boden, sondern auch Spezial-Dünger. In Gartenböden mit einem pH-Wert von über 5 muss regelmäßig saurer Humus (wie Nadelstreu, verrottetes Laub, Hornspäne, etc.) oder sauer wirkende Spezialdünger und Bodenhilfsstoffe eingearbeitet werden. Hier eignen sich spezielle Rhododendron-Dünger, diese gibt es als Depotdünger, sodass Nährstoffe über einen langen Zeitraum an die Pflanzen abgegeben werden, eingearbeitet werden sie am besten bis Mitte April, je nach Wirkdauer reicht eine einmalige Gabe (6-Moants-Dünger), oder eine 2. Düngergabe muss im Juni nach der Blüte erfolgen (bei 2-4-Monatsdüngern). Aufwandmengen und Anwendung entnehmen Sie bitte der Packungsbeilage.

Schnitt:

Einen Rückschnitt benötigen Rhododendren in der Regel nicht, er ist auch schon deshalb nicht empfehlenswert, weil man dadurch zwangsläufig die Blüten mit wegschneidet, die Knospen für das Folgejahr bildet ein Rhododendron schon direkt nach der Blüte aus. Sollten Sie aus Platz- oder Formgründen dennoch schneiden müssen, sollte der Rückschnitt im Frühling nach den Frostperioden erfolgen. Man muss dann aber immer damit rechnen, dass in den folgenden 1-2 Jahren keine Blüten gebildet werden, auch vertragen Rhododendren einen Rückschnitt, besonders einen starken, nicht immer besonders gut. Alternativ könnte man den Rhododendron auch umpflanzen, insofern es eine andere geeignete Stelle im Garten gibt, da Rhododendren sehr flach und kompakt wurzeln, ist dies im Herbst und Frühling durchaus möglich.

Schädlinge:

Rhododendren sind im Allgemeinen sehr robust und gesund, dennoch könne auch sie sich Krankheiten und Schädlinge einfangen. Sollte ihre Pflanze nicht gesund aussehen, schneiden Sie am besten ein auffälliges Stück der Pflanze ab und bringen es bei uns vorbei, wir helfen Ihnen gerne.

Relativ häufig werden Rhododendren von der Rhododendron-Zikade befallen, diese legt ihre Eier in die Blütenknospen, woraufhin sich ein schwärzlicher Pilz auf den Knospen bildet und das Knospensterben auslöst. Sitzen Rhododendren in kalkhaltigen Böden können sie nicht ausreichend Eisen aufnehmen und bekommen dann häufig Kalkchlorosen, diese erkennt man an gelben Blättern mit grünen Blattadern.

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