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Bambus ist eine immergrüne Pflanze, welche fernöstliches Flair in den Garten bringt. Sein besonderer Charakter und die große Auswahl an verschiedenen Gattungen, Arten und Sorten machen ihn für Gartenliebhaber interessant.

Bambus kann der Größe nach in drei Gruppen eingeteilt werden, hierbei unterscheidet man Niedrigen Bambus (bis zu 1 Meter hoch), Mittelhohen Bambus (bis 7 Meter hoch) und Hohen Bambus (bis 15 Meter hoch).

Wenn Sie über die Anschaffung eines Bambus nachdenken, müssen Sie die beiden folgenden Unterscheidungsmerkmale kennen: es gibt Bambus-Arten die keine unterirdischen Ausläufer bilden, diese wachsen horstartig und benötigen keine Wurzelsperre, hierbei handelt es sich um die verschiedenen Arten von Fargesia.

Die weitaus größere Gruppe bildet die der ausläuferbildenden Bambusse (z.B. Pseudosasa, Phyllostachys, u.v.m.), diese müssen unbedingt mit einer Rhizomsperre gepflanzt werden, denn ihre Ausläufer breiten sich unterirdisch aus und können in einer Wachstumsperiode über 10 Meter weit vordringen. Dabei nehmen sie keinerlei Rücksicht auf Folienteiche, Steinplatten, Drainagen oder die Grundstücksgrenze zum Nachbarn und sind nur unter großem Aufwand wieder zu entfernen. Das bedeutet, dass der Garten gründlich umgegraben und jedes noch so kleine Rhizomteil ausgesiebt werden muss, denn jedes übersehene Rhizomstück kann ohne Weiteres eine neue Pflanze bilden.

Daher gilt: Begrenzen Sie das Wurzelwachstum Ihres Bambus mit einer Rhizomsperre oder pflanzen Sie einen horstbildenden Bambus aus der Gattung Fargesia.

Wissenswertes über Bambus:

Bambus-Pflanzen blühen nur sehr selten, im Abstand von mehreren Jahrzehnten, ihre Blüte ist unscheinbar und doch sehr interessant, denn die Bambus-Blüte und die darauffolgende Fruchtbildung sind für die Pflanze sehr anstrengend und können sie in Folge zum Absterben bringen. Fargesia-Arten beispielsweise, blühen in der Regel etwa alle 80-120 Jahre und sterben danach ab, andere Arten blühen häufiger, erschöpfen sich dann aber nicht bis zum Tode.

Bambus-Pflanzen haben kein Dickenwachstum, wenn die Halme während der Vegetationsperiode aus dem Boden sprießen, haben sie bereits ihre fertige Dicke erreicht. Innerhalb von zwei bis vier Monaten wachsen die Halme zu ihrer vollen Höhe heran und entwickeln erst danach ihre Blätter. Im Folgejahr werden wieder neue Halme ausgebildet, diese können durchaus höher werden als die aus dem Vorjahr, nach 3 bis 10 Jahren hat ein Bambus seine volle Höhe erreicht. Ein jeder Halm hat eine Lebensdauer von 7-9 Jahren, aus den Rhizomen treiben aber immer wieder neue Halme nach.

Die Rhizomsperre:

Die Rhizomsperre ist eine aus Kunststoff bestehende, 70cm hohe und 2mm starke, schwarze und unverrottbare Polyethylen-Folie, welche mit Hilfe einer Aluschiene verschraubt wird. Sie ist als Meterware erhältlich und flexibel, sodass Sie die Form und Größe für Ihr Bambusbeet selbst festlegen können. Der Schutzring sollte aber ausreichend groß sein, damit sich die Pflanze über Jahre darin entwickeln kann.

Unsere Rhizomsperre entspricht dem gegenwärtigen Stand der Technik. Bei dennoch ausbrechenden Rhizomen übernehmen wir keine Haftung.

Pflanzung eines Bambus mit Rhizomsperre:

Hier haben wir für Sie einige Tipps zum richtigen Einpflanzen Ihres Bambus mit Rhizomsperre zusammengestellt.

  • Bestimmen Sie Ort und Größe Ihres zukünftigen Bambusbeetes, bedenken Sie dabei, dass Ihr Bambus sich über Jahre hinweg gut in seinem Beet entwickeln soll, also wählen Sie das Beet ausreichend groß. Für eine Pflanze mittlerer Größe sollte das Pflanzbeet mindestens 1,5 Quadratmeter groß sein, für einen Bambus mit einer Endhöhe von bis zu 7 Meter schon 3 Quadratmeter.
  • An der ausgewählten Stelle ziehen Sie einen 65 cm tiefen Graben. Bambusrhizome gehen gewöhnlich nicht tiefer als 60 cm. In diesen Graben stellen Sie die Rhizomsperre ein und achten darauf, dass diese noch ca. 5cm oben herausschaut. Außerdem sollte sie leicht schräg nach außen zeigen, damit die auftreffenden Rhizome nach oben abgeleitet werden und Sie diese später immer wieder abschneiden können. Die herausschauenden 5cm dienen dazu, genau solche oberirdischen Triebe zu erkennen und rechtzeitig zu entfernen, bevor sie über die Sperre hinauswachsen und sich im Garten ausbreiten können.
  • An der Stelle, an der die Enden der Sperre zusammenkommen, müssen diese mit Hilfe der Aluschiene fest verschraubt werden. Das innenliegende Ende darf nicht unter der Aluschiene raus schauen, es muss bündig damit abschließen, denn jedes noch so kleine Loch ist ein günstiger Angriffspunkt für die jungen Rhizome zum Ausbrechen.
  • Nun schütten Sie den Graben außenherum wieder auf und treten die lose Erde gut an. Damit ist die Rhizomsperre fachgerecht eingebaut und Sie können mit dem Einpflanzen Ihres Bambus beginnen.
  • Verwenden Sie hierfür frische, gute Erde. Bambus bevorzugt lockere, sandig-lehmige bis humose Böden mit guter Drainage.
  • Schütten Sie das Pflanzloch so weit mit frischer Erde auf, dass der Bambus am Ende auch nicht tiefer in der Erde sitzt, als er es im Topf tat.
  • Entfernen sie den Container und setzen die Pflanze in das vorbereite Loch.
  • Jetzt müssen Sie das Pflanzloch nur noch mit frischer Erde auffüllen, etwas antreten und die frische Pflanzung gut wässern und fertig ist das Bambusbeet.

Beispiele für Ausläufer treibende Bambus-Arten (unbedingt mit Rhizomsperre pflanzen):

Phyllostachys aurea, der Goldrohrbambus, kommt aus China und Japan, wird 2,5 bis 4 Meter hoch, wächst sehr dicht und trichterförmig aufrecht und wird im Alter leicht übergeneigt. Sein Holz ist hellgrün, später gelblich, die Halmknoten sind verdickt, seine Blätter sind lanzettlich, hellgrün und unterseits bläulich-grün. Die Pflanze benötigt einen sonnigen-halbschattigen Standort. Der Boden sollte schwach sauer bis stark alkalisch, frisch, durchlässig und nährstoffreich sein. Phyllostachys aurea kann einzeln oder als Hecke, sowie als Kübelpflanze verwendet werden, in der Jugend ist bei Kübelpflanzen ein Frostschutz empfehlenswert.

Phyllostachys nigra, der Schwarzhalmige Bambus, stammt ebenfalls aus China und Japan und erreicht Höhen zwischen 4 und 6 Metern. Er zeichnet sich durch einen lockeren, aufrechten Wuchs mit feinen Verzweigungen aus und wird im Alter leicht überhängend. Sein Holz ist zuerst grün, im zweiten Jahr schwarz gepunktet und im ausgereiften Zustand glänzend schwarz und ist äußerst dekorativ. Seine Blätter sind frischgrün und breitlanzettlich. Die Pflanze wünscht einen sonnigen bis halbschattigen Standort und schwach sauer bis stark alkalisches, frisches, durchlässiges und nährstoffreiches Substrat. Phyllostachys nigra ist nicht nur in Einzelstellung wunderschön, sondern auch in gemischten Bambushainen oder in Hecken, in jungen Jahren ist ein Frostschutz empfehlenswert.

Phyllostachys aureosulcata, der Gelbrinnige Bambus, wird 4 bis 6 Meter hoch, wächst  locker, straff aufrecht und im Alter überhängend. Sein Holz ist matt grün mit gelber Rinne, seine Blätter sind frischgrün und lanzettlich. Die Pflanze liebt einen sonnigen bis halbschattigen Standort und frische bis feuchte, nahrhafte Gartenböden. Der Gelbrinnige Bambus sollte windgeschützt und  warm stehen, seine Heimat liegt in China.

Pseudosasa japonica, der Breitblättrige Bambus, aus Süd-Japan, Korea und Ost-Asien, wird 2 bis 4 Meter hoch, wächst straff aufrecht, dichtbuschig und langsam. Er hat eine dunkelgrüne Rinde, seine Blätter sind breit lanzettlich und dunkelgrün. Dieser Bambus wünscht einen absonnigen bis schattigen, warmen Standort und nährstoffreiche, frische, humose und durchlässige Böden. Er ist weitestgehend pH-tolerant und sehr anspruchslos, jedoch empfindlich gegen Staunässe. Als Besonderheit ist dieser Bambus auch als Zimmerpflanze an nicht zu hellen Standorten verwendbar. Pseudosasa japonica ist sehr gut frosthart (bis -22°C) und hat ein sehr flaches Wurzelwerk (nur 30-40 cm!).

Sasa pumila, der Zwerg-Bambus aus Süd-Japan, wird nur ca. 50-80 Zentimeter hoch. Er ist ein niedriger, bodendeckender Zwergbambus mit dichten, schlanken, grünen, sonnenseits rötlichen Halmen und einer dichten Belaubung. Ein absonniger bis schattiger Platz mit frischem, durchlässigem und nährstoffreichem Boden ist ideal, die Pflanze ist insgesamt tolerant und anspruchslos. Der Zwergbambus sollte im Frühjahr gemäht und anschließend gedüngt werden. Geeignet ist Sasa pumila als Bodendecker, Unterpflanzung und auch als Rasenersatz in schattigen Lagen, dann muss er 2-3 Mal im Jahr gemäht werden. Er zeichnet sich durch eine gute Frosthärte aus.

Fargesia-Arten und -Sorten (nicht Ausläufer treibend):

Fargesia-Arten sind eine besondere Art von Bambus, denn sie treiben keine Ausläufer, sie sind horstbildend und können deshalb beruhigt ohne Rhizomsperre gepflanzt werden. Auch hier gibt es eine große Auswahl an verschiedenen Arten und Sorten, die sich durch Höhe und äußeres Erscheinungsbild unterscheiden. Ihre Heimat liegt hauptsächlich in China und Vietnam, dort wachsen sie in Höhenlagen über 1000 Metern. Sie zeichnen sich durch eine gute Winterhärte, zierliche Blätter und schmale Halme aus. Sie lieben halbschattige Standorte mit hoher Luftfeuchte und bevorzugen einen lockeren, sauren, humosen und frischen Boden. Außerdem blühen sie nur alle 80-120 Jahre. Sie eigenen sich sowohl in Einzelstellung, als Gruppenpflanzung oder auch als Kübelpflanzen. Fargesia-Sorten wachsen ca. 40-80 cm im Jahr.

Fargesia murielae ‚Jumbo‘, der Schirm-Bambus, wird 2,5 bis 3 Meter hoch, wächst breit-aufrecht und leicht überhängend, er ist vergleichsweise schnellwüchsig, hat grüne Halme und frischgrünes, lanzettliches Laub.

Fargesia murielae ‚Phoenix‘, der Große Pfeil-Bambus, wird bis zu 3 Meter hoch, er wächst aufrecht mit leicht überhängenden Trieben, ist wüchsig und hat dunkelgrüne Halme mit schmal lanzettlichem, frischgrünen, unterseits bläulichem Laub.

Fargesia murielae ‚Simba‘, der Zierliche Pfeil-Bambus, wird nur 1,5 bis 2 Meter hoch, hat einen überhängenden Wuchs und ist eine eher schwachwüchsige Sorte, welche auch für kleine Gärten geeignet ist. Er hat gelbliche Halme und zartgrünes, zierliches Laub.

Fargesia nitida, der Halb-Rohr-Bambus aus China, wird bis zu 4 Meter hoch, er hat einen horstartigen, anfangs straff aufrechten, im Alter schirmartig überhängenden Wuchs. Seine Halme sind glänzend dunkelgrün, das Laub ist schmal lanzettlich, lang und dunkelgrün.

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