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Was sind eigentlich Stauden?

Stauden sind ausdauernde, krautige Pflanzen, welche im Frühjahr aus Überwinterungsknospen frisch austreiben. Ihre oberirdischen Teile ziehen im Herbst ganz oder teilweise ein, bzw. sterben ab. Die Pflanzen verbringen dann den Winter im Boden und lagern ihre Nährstoff- und Wasserreserven in den unterirdischen Speicherorganen (Rhizome, Wurzelstöcke, Knollen, Rüben, etc.) ein. Streng genommen zählen also auch die Zwiebel- und Knollenpflanzen zu den Stauden. Im Frühling treiben sie erneut aus, wachsen und gedeihen, blühen im Laufe des Jahres, bis sie im Herbst/Winter erneut in den Boden einziehen. Es gibt aber neben den Stauden, welche im Herbst ihr Laub einziehen auch solche die wintergrün sind.

Stauden können viele Jahre alt werden, was dies betrifft stehen sie zwischen den Ein- und Zweijährigen und den Gehölzen. Pfingstrosen zum Beispiel können über 70 Jahre alt werden, andere Stauden werden gerade mal 3 Jahre alt.

Staudenbeete

In Staudenbeeten werden Pflanzen mit verschiedener Blütezeit, Wuchshöhe, Lebensdauer, Konkurrenzkraft, Ansprüchen an den Standort und unterschiedlicher Vermehrungsart kombiniert, damit dies nicht nur funktioniert, sondern auch noch bezaubernd aussieht, muss man so einiges über die richtige Staudenpflege und -verwendung, sowie die fachgerechte Kombination dieser Pflanzen wissen.

Macht man alles richtig, von der Planung bis hin zur Pflanzung und Pflege, steht einem Staudenbeet mit blühenden Pflanzen vom Frühling bis in den Herbst hinein nichts im Wege und auch im Winter kann ein gut angelegtes Beet mit wunderschönen Blattstrukturen und Fruchtständen bezaubern.

Sobald Sie wissen an welchem Ort Sie ihr Staudenbeet anlegen wollen, welche Größe und Ausrichtung das Beet hat, wie der Boden und die Wasserverhältnisse sind und was Sie sich an Höhen, Farben und Formen vorstellen, können Sie an die Auswahl der für Sie passenden Stauden gehen. Sobald diese gekauft sind kann es mit dem Pflanzen losgehen.

Pflanzung von Stauden

Bevor es ans Pflanzen geht muss das Staudenbeet vorbereitet werden, hierfür sollte der Boden von Unkraut befreit und gut gelockert werden. Sehr leichte Sandböden können mit Kompost und einer guten Pflanz- oder Blumenerde aufgebessert werden, schwere, nasse Böden können mit Sand verbessert werden. Achten Sie hierbei darauf, welche Standorte die von Ihnen ausgewählten Stauden wünschen. Vor dem Pflanzen sollten Sie auch darauf achten, dass, besonders bei Pflanzungen an heißen Tagen, die Wurzelballen der Stauden gut gewässert sind. Bei einer großen Pflanzung ist es sinnvoll die Stauden vorher auf dem Beet zu verteilen, sodass man nicht versehentlich zu dicht oder zu weit pflanzt und später einzelne Pflanzen wieder herausziehen muss. Schwach wachsende Stauden benötigen einen Pflanzabstand von ca. 20cm, mittelstarkwachsende bis zu 50cm und stark wachsende Stauden bis zu 80cm. Stauden im Topfballen können ganzjährig, außer im Frost, gepflanzt werden. Die besten Pflanzzeiten sind aber aufgrund des starken Wasserbedarfs im Sommer und den häufigen Frösten im Winter, Frühling und Herbst. Gepflanzt wird im vorbereiteten Boden, am Besten mit einem Handspaten, die Stauden sollten nicht zu tief gesetzt werden, die frische Erde sollte die Topfoberkante maximal um einen Zentimeter bedecken. Sobald alle Pflänzchen im Boden sind und die Erde gut angedrückt ist, muss die ganze Neupflanzung durchdringend gewässert werden.

Staudenpflege

Staudengärten entwickeln sich ständig weiter, deshalb spricht man bei der Staudenpflege von einer Entwicklungspflege, Ziel ist es dabei die Pflanzen gesund zu erhalten, ihre Lebensdauer zu erhöhen und ihre Blütezeit zu verlängern. Zur Pflege gehört neben dem Hacken, Jäten und bei Bedarf Wässern, auch das Teilen und Verpflanzen, der Winterschutz einiger Stauden, sowie die verschiedenen Schnitttechniken, diese sind bei Stauden oft Artabhängig und so gibt es verschiedene Techniken:

Das Schneiden von Stauden:

Stauden die einen Frühjahrsschnitt bevorzugen:

Einige Stauden sollte man besser erst im Frühjahr zurückschneiden, hierfür sprechen verschiedene Gründe, zum einen sind sie im Winter ein besonderer Blickfang im Garten, zum anderen kann ihre Winterhärte dadurch verbessert werden und als besonderer Pluspunkt dienen die Samenstände einiger Stauden Vögeln im Winter als Nahrung. Sie werden in der Regel direkt über dem Boden abgeschnitten. Auch wintergüne Stauden, wie die vielen verschiedenen, farbenfrohen Purpurglöckchen, Bergenien und Christrosen, schneidet man erst im beginnenden Frühling zurück, denn an ihnen hat man auch im Winter Freude. Sobald bei diesen Stauden das Laub zum Winterende unansehnlich wird, kann es problemlos zurückgeschnitten werden und treibt bald neu aus.

Zu den Frühjahrsschnitt bevorzugenden Stauden zählen unter Anderen: Perlkörbchen, Geißbart, Prachtspieren, Sommer-, Berg- & Kissenastern, Fetthenne, Bergminze, Sonnenhut, Quirlblättriges Mädchenauge (Coreopsis verticillata), Salbei, Heiligenkraut, Schwert- & Fackellilien, Thymian und Lavendel, wobei dieser keinesfalls direkt über dem Boden abgeschnitten werden darf, der Rückschnitt erfolgt bei niedrigen Lavendel-Sorten, wie `Hidcote Blue‘ ca. 20 cm über dem Boden, zusätzlich können jährlich 1-2 ältere Triebe bodeneben entfernt werden.

Stauden die einen Frühherbstschnitt bevorzugen:

Andere Stauden wiederum bevorzugen einen Frühherbstschnitt ungefähr Ende September bis hinunter zum bodennahen Laub, dies fördert bei ihnen die Bildung von Überwinterungsknospen und dient der Erhöhung ihrer Langlebigkeit. Hierzu zählt die Ochsenzunge, die Kokardenblume, das Großblumige Mädchenauge (bei diesen: starker Rückschnitt bis zur Blattrosette), sowie die Färberkamille und die Prachtkerze (bei ihnen: Rückschnitt ca. 10 cm über dem Boden).

Remontierschnitt und Nachblütenschnitt

Bei beiden Schnittarten handelt es sich um einen Totalrückschnitt der Pflanzen direkt nach der Blüte, es wird hierbei in der Regel eine Hand breit über dem Boden (5-10cm) abgeschnitten. Falls krankes Laub vorhanden ist, wird dieses mit entfernt. Der Rückschnitt dient dem gesunden Neuaustrieb der Stauden. Beim Nachblütenschnitt wird, im Gegensatz zum Remontierschnitt, kein zweiter Blütenflor erwartet. Remontierend sind zum Beispiel Rittersporn und Ziersalbei. Der Nachblütenschnitt wird beispielsweise bei Frauenmantel und Türkischem Mohn durchgeführt, hier erhöht er auch die Lebensdauer, verhindert die Selbstaussaat und dient damit auch der Erhaltung der Sortenechtheit.

Ausschneiden

Beim Ausschneiden handelt es sich um einen regelmäßigen Rückschnitt verblühter Blüten und Blütenstände (z.B. Phlox, Sonnenauge), das verlängert die natürliche Blütezeit, verhindert Selbstaussaat und erhält damit die Sortenechtheit.

Vorblütenschnitt

Hierbei werden vor der Blütenknospenbildung die Triebspitzen der Pflanzen eingekürzt, durchgeführt wird dies zum Beispiel bei Ysop und Phlox, die Blütezeit kann dadurch um bis zu 20 Tage nach hinten verschoben werden, außerdem wird die Standfestigkeit verbessert und die Pflanzen verzweigen sich besser.

Das Verjüngen von Stauden:

Bei der Verjüngung werden alte und vergreiste Stauden geteilt, dies geschieht in der Regel im Frühling und fördert die Regeneration der Pflanzen. Die Blühwilligkeit und Lebensdauer der Pflanzen wird erhöht, ein kräftiger und gesunder Neuaustrieb gefördert, außerdem ist die Teilung eine gängige Vermehrungsart für Staudenarten, welche nicht über Samen vermehrt werden können. Hierfür werden die Stauden mit dem Spaten ausgegraben und dann entweder mit dem Spaten oder einem scharfen Messer in zwei oder mehr Teile geteilt und dann unter Zusatz frischer Erde neu (an verschiedenen Stellen) eingepflanzt.

Teilung nach 3 bis 5 Jahren:

Akelei, Strandnelke, Indianernessel, Frühlingsaster, Katzenminze, Margerite, Hohe Nachtkerze, Moos-Steinbrech, Skabiose, Purpursonnenhut

Teilung nach 6 bis 10 Jahren:

Eisenhut, Schillergras, Katzenpfötchen, Prachtscharte, Kissen-, Sommer- & Herbstaster, Flammenblume, Stauden-Glockenblume, Polster-Oregano/Majoran, Rittersporn, Sommer-Salbei, Feinstrahlaster, Ehrenpreis

Teilung nach 10 bis 15 Jahren:

Perlkörbchen, Morgensternsegge, Chinaschilf, Sonnenbraut, Stauden-Sonnenblume, Sonnenhut, Sonnenauge, Woll-Ziest, Schwertlilie

Neuaussaat oder Neupflanzung von kurzlebigen Stauden:

Einige Stauden sind nur von kurzer Lebensdauer, sie müssen schon nach relativ kurzer Zeit neu ausgesät oder neu gepflanzt werden, sie können nicht geteilt werden.

So müssen zum Beispiel Stockrosen, Island-Mohn, Wiesen-Margeriten, Bartfaden, Heidenelke, Jakobsleiter, Fingerhut, Schlüsselblume, Kokardenblume, Wiesensalbei, Malvenarten und Königskerzen nach 3 bis 5 Jahren neu gepflanzt werden.

Silberdistel, Perlgras, Zwerg-Alant, Federgras, Strandflieder müssen dagegen erst nach 6 bis 10 Jahren neu gepflanzt werden.

Wie bereite ich meine Stauden richtig auf den Winter vor?

Da Stauden ihre Nährstoff- und Wasserreserven im Herbst aus den Blättern in die Wurzel einlagern, ist es wichtig, dass man sie nicht übereifrig schon bei Beginn der Verfärbung der Blätter zurückschneidet, sondern abwartet bis das Laub gelb und eingetrocknet ist, oder von selbst abfällt. Sobald dies der Fall ist, kann man sich ans „aufräumen“ machen und die Pflanzen falls erforderlich nochmals ordentlich zurückschneiden und das Laub von den Beeten entfernen.

Winterschutz aus Laub und Reisig: Einige Stauden freuen sich in strengen Wintern über eine schützende Decke aus Laub und/oder Reisig, diese ist dabei nicht nur ein Kälteschutz, sondern gerade in exponierten und schneefreien Lagen auch Schutz vor der Wintersonne und Winterfeuchtigkeit. Gräser wie das Pampasgras reagieren beispielsweise sehr empfindlich auf unsere feucht-kalten Winter, sie sollten nicht zurückgeschnitten, sonder ihr Laub im oberen Drittel zusammengebunden werden um ihre empfindliche Mitte vor Nässe zu schützen, zusätzlich können sie zumindest im Randbereich mit Laub und Fichten-/Tannenreisig abgedeckt werden. Im Frühling können Sie dann, sobald von unten frisches Grün durchtreibt, die alten, vertrockneten Halme entfernen. Auch Stauden wie Thymian, Salbei, Fackellilien und Prachtkerzen sind dankbar wenn sie den Winter unter einer schützenden Schicht aus Laub oder Reisig verbringen dürfen.

Düngung:

Wie alle anderen Pflanzen auch, sind Stauden auf eine regelmäßige Nährstoffzufuhr angewiesen, der beste Termin für die Ausbringung von Düngern ist der Frühling, ergänzend kann kurz vor der Blüte noch einmal in geringerer Konzentration, gedüngt werden. Im Spätsommer und Herbst sollte kein Dünger mehr ausgebracht werden, da sonst die Gefahr besteht, dass die Pflanzen unausgereift in den Winter gehen.

Gießen:

Stauden müssen, wie alle anderen Pflanzen auch, bei Trockenheit gegossen werden, dies geschieht am Besten morgens oder abends, niemals jedoch in der prallen Mittagssonne/-hitze.

Pflanzenschutz:

Sind Ihre Pflanzen fachgerecht am gewünschten Standort gepflanzt und werden gut mit Wasser und Nährstoffen versorgt, sollten Sie eigentlich wenige Probleme mit Schädlingen und Krankheiten haben. Treten dennoch Probleme auf, so ist es ratsam einen Teil der Pflanze, an dem das Problem deutlich zu erkennen ist, zu entfernen, einzutüten und damit im Fachhandel vorbeizuschauen. Wir beraten Sie gerne.

Wenn Sie ihre Stauden wie beschrieben pflegen kann so gut wie nichts schiefgehen und einem üppigen Pflanzenwachstum steht nichts im Wege.

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