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Die Welt der Kräuter ist eine vielfältige Welt, nicht umsonst füllt dieses Thema ganze Bücher aus. Denkt man an Kräuter kommen einem nicht nur wohltuende, aromatische Düfte, sondern auch würzige, feine Geschmacksnoten und heilende Eigenschaften in den Sinn. So verfeinern sie unsere Gerichte auf aller Welt, verschönern unsere Gärten mit angenehmen Gerüchen und bezaubernden Blüten und verhelfen uns zu einem gesunden und langen Leben.

Auch Sie können Ihren Balkon und Ihre Terrasse mit diesen Alleskönnern bereichern, lesen Sie im Folgenden, welche Kräuter bei uns besonders gut gedeihen und wie Sie diese am Besten verwenden.

Salbei

Das mediterrane Heilkraut mit den hübschen lila-blauen Blüten wirkt lindernd bei Halsschmerzen und Schweißausbrüchen. Seine kräftige Würze passt hervorragend zu italienischen Gemüse- und Fleischgerichten. Salbei kann sowohl frisch als auch getrocknet verwendet werden. In milden Regionen ist die Pflanze winterhart und kann im Garten oder auf Balkon und Terrasse im Kübel gepflanzt werden. Salbei benötigt sonnige Plätze und durchlässige Böden.

Pfefferminze

Pfefferminze gibt es in den verschiedensten Varianten, allen gemein ist jedoch, dass sie feuchte Böden und absonnige Plätze lieben und stark wuchern. Bei Platzmangel sollten sie daher bevorzugt in ausreichend große Kübel gepflanzt werden. Die frischen Blätter können von Frühling bis Herbst geerntet werden und eignen sich für Tees, Cocktails, Minzsoße und vieles mehr. Sollen die Blätter getrocknet werden, schneidet man sie am Besten kurz vor der Blüte. Minze wirkt nicht nur erfrischend, auch ist sie wohltuend bei Erkältungen und Magengrippen.

Petersilie

Die Petersilie stammt aus dem Südosten Europas und liefert ganzjährig frische Blätter zum Ernten. Sie kann aber nicht nur frisch verwendet werden, auch lässt sie sich wunderbar einfrieren. Klein gehackt verfeinert sie Kartoffel-Gerichte, Salate, Fisch- und Eierspeisen, Suppen und Soßen. Es gibt glatte und krause Petersilie im Handel, beide sind wunderbar aromatisch und wüchsig. Petersilie ist nicht nur lecker, auch liefert sie einen hohen Gehalt an Vitamin A und C und ist somit auch sehr gesund. Die zweijährige Pflanze liebt einen frischen-feuchten, nährstoffreichen Boden in halbschattiger Lage, sie gedeiht sowohl im Garten als auch im Kübel.

Basilikum

Basilikum ist eine klassische südländische Kräuterpflanze, welche zu Gemüse, Salaten und insbesondere zu Tomaten passt und wohltuend auf den Magen und die Nerven wirkt. Es stammt aus der Mittelmeerregion und Vorderindien und wächst als buschiger, kleiner Strauch. Die frischen Blätter können bis zum Winter geerntet und sollten immer frisch verwendet werden (beim Trocknen verlieren sie ihr Aroma). Das einjährige Basilikum kann bei uns ab Mai im Freien stehen, es benötigt einen sonnigen, geschützten Platz und sollte eher trocken gehalten werden. Unser Tipp: Probieren Sie doch einmal den rotblättrigen Basilikum, er schmeckt wunderbar und ist zudem noch robuster als sein grüner Verwandter.

Schnittlauch

Schnittlauch ist eines der ältesten Gewürze überhaupt, sein würziger, zwiebelartiger Geschmack verfeinert Eier- und Quarkspeisen, Suppen, Salate und vieles mehr, er wirkt verdauungsfördernd und ist reich an Vitamin C. Heimisch ist die Pflanze in Europa, China und Vorderasien bis hin nach Sibirien. Sie wächst aufrecht zu einem dichten Busch und wird im Frühsommer von hübschen lilafarbenen Blüten geziert. Die Pflanze liebt einen sonnigen bis halbschattigen Standort und feuchte, nahrhafte Böden. Geerntet wird von Frühjahr bis weit in den Sommer hinein, auch die Blüten des Schnittlauch sind essbar. Nach dem Blühen kann die Pflanze zurückgeschnitten werden, dann bildet sie schnell frische Stiele. Schnittlauch gedeiht als ausdauernde, mehrjährige Pflanze nicht nur im Garten gut, er ist auch eine dankbare Kübelpflanze. Es gibt auch weißblühende Sorten von Schnittlauch, diese haben die gleichen geschmacklichen Eigenschaften wie das Original.

Thymian

Thymian ist ein schon seit alters her geschätztes Heil- und Würzkraut, welches in der Mittelmeerregion beheimatet ist. Seine hustenlindernden, verdauungsfördernden & antiseptischen Eigenschaften und sein herber Geschmack machen ihn zu einer beliebten Kräuterpflanze für Balkon und Garten. Thymian kann frisch oder getrocknet verwendet werden. Zum Trocknen sollten die Zweige kurz vor der Blüte geerntet werden. Er liebt einen sonnigen, warmen, trockenen und eher kargen Standort.

Rosmarin

Die Heimat des schon seit der Antike als Heilkraut bekannten Rosmarins ist der Mittelmeerraum, der sonnenliebende, verholzende Halbstrauch kann sowohl frisch, als auch getrocknet verwendet werden. Rosmarin eignet sich zum Würzen von italienischen Gerichten, Gemüse, Tomaten, Fleisch und Käse. Besonders lecker sind auch Rosmarin-Kartoffeln. Die Pflanze kann im Kübel oder auch im Garten gepflanzt werden sie verträgt zwar etwas Frost, ist aber den Winter über besser im Kalthaus oder in ungeheizten Wintergärten aufgehoben. Im Frühsommer bildet Rosmarin wunderschöne lila-blaue Blüten aus.

Lavendel

Wer kennt ihn nicht, den würzigen, wunderbaren Duft nach Lavendel? Die mediterrane Pflanze mit den herrlich duftenden, graugrünen Blättern und den lilafarbenen Blüten bringt Urlaubsgefühle auf Balkon und Terrasse und natürlich auch in den Garten. Lavendel liebt sonnige, warme Plätze und durchlässige, trockene Böden. Im Weinbauklima übersteht die Pflanze den Winter in der Regel problemlos im Freien. Lavendel kann sowohl frisch, als auch getrocknet verwendet werden, ernten kann man das ganze Jahr über, die ätherischen Öle sitzen aber vor allem in der Blüte. Lavendel wirkt entspannend, beruhigend und krampflösend. Um schöne, kompakte Büsche zu erhalten, sollte Lavendel mehrmals im Jahr geschnitten werden, in verholzte, unbeblätterte Triebe sollte nicht geschnitten werden, diese treiben in der Regel nicht wieder aus.

Die Kräuterspirale als besondere Möglichkeit des Kräuteranbaus im Garten:

Möchte man den verschiedenen Ansprüchen all dieser Kräuter gerecht werden und hat ein bisschen Platz im Garten, bietet sich einem die Möglichkeit des Baus einer Kräuterspirale an.
Unter Berücksichtigung der verschiedenen Standortansprüche der Kräuter entstehen in einer solchen Spirale vier unterschiedliche Bereiche, welche beim Bau beachtet werden müssen: die Wasserzone am Fuß der Spirale, die darauffolgende Feuchtzone, die Normalzone und am höchsten Punkt der Spirale die Mittelmeerzone.

Die Wasserzone am Fuß der Windung zeichnet sich durch ein feucht-nasses Mikroklima in Form eines Miniteiches aus, bei dem es darauf ankommt eine Verbindung zur Feuchtzone zu ermöglichen. Hier pflanzt man Brunnenkresse, Bachbunge, Kalmus und Wasserminze.

Die daran anschließende Feuchtzone muss sonnig ausgerichtet, feucht und humusreich sein. Gartenerde, angereichert mit viel Kompost, bildet das Fundament dieser Zone. Schnittlauch, Schnittknoblauch, Knoblauchrauke, Sauerampfer, Kerbel, Petersilie, Etagenzwiebel, Wilde Rauke und Basilikum finden hier ihren idealen Standort.

Die Normalzone liegt idealerweise halbschattig, ist trocken und humos, als Grundlage dient Gartenerde mit Kompost und etwas Sand vermischt. In dieser Zone fühlen sich Zitronenmelisse, Pimpinelle, Ysop, Portulak, Buschoregano, Dill und Einjähriger Majoran besonders wohl.

Die Mittelmeerzone zu guter letzt liegt am höchsten Punkt der Spirale, sie muss trocken, durchlässig, nährstoffarm und mit einer guten Drainage versehen sein. Bergbohnenkraut, Salbei, Lavendel, Rosmarin, Thymian, Majoran und Currykraut werden hier angepflanzt.

Minzen sollten wegen ihres Ausbreitungsdranges in Töpfen neben der Spirale gehalten werden. Wermut und Estragon ebenfalls, da sie Stoffe ausscheiden, welche andere Pflanzen im Wuchs hemmen.

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