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Der Winter steht bevor und wieder einmal fragt man sich, welche Pflanzen benötigen einen Winterschutz und wie sieht dieser im besten Fall aus? Wir wollen Ihnen helfen Ihre Pflanzen gesund und problemlos durch den Winter zu begleiten und haben deshalb einige Tipps und Tricks für Sie zusammengestellt:

Winterschutz im Garten

Eine Vielzahl unserer Gehölze und Stauden im Garten sind winterhart, es gibt aber auch empfindliche Gehölze für die ein Winterschutz ratsam ist, hierzu zählen zum Beispiel der Sommerflieder, Hibiskus, einige Rosen und verschiedene immergrüne Gehölze.

Richtig düngen:

Schon im Spätsommer bereiten sich die Pflanzen auf den Winter vor, ihr Holz reift aus. Falsche Düngergaben zu diesem Zeitpunkt können deshalb die Frosthärte der Pflanzen negativ beeinflussen. Ab Mitte Juli sollte kein stickstoffbetonter Dünger mehr ausgebracht werden, Stickstoff würde ein weiteres Wachstum der Pflanzen bewirken, aber die frischen, jungen Triebe können bis zum Winter nicht mehr ausreifen, sie sind dann bei Wintereinbruch weich und damit anfällig für Frost. Kalium dagegen ist ein Nährsalz welches den Pflanzen bei der Vorbereitung auf den Winter äußerst zugute kommt. Durch Kalium wird der Salzgehalt des Zellsaftes erhöht, was bewirkt, dass der Gefrierpunkt der Zellflüssigkeit herabgesetzt wird, sodass die Pflanzen weniger anfällig für Frost sind. Achten Sie also schon im Spätsommer auf die richtige Pflege und Düngung ihrer Gartenpflanzen.

Winterschutz:

Junge Stauden und Gehölze, sowie einige Immergrüne und viele Rosen, sind für einen Schutz in den ersten Wintern dankbar und können ab Dezember etwa 10-15cm hoch mit Laub, lockerer Lauberde oder Gartenkompost angehäufelt werden. Herausschauende, dünne Triebe können mit Nadelreisig abgedeckt werden. Die Stämme junger Bäume können mit Schilfrohrmatten umwickelt werden.

Die langen, ungeschützten Stämme von beispielsweise Rosenstämmchen oder die Triebe von Kletterrosen an Rosenbögen sollten mit Sackleinen, lockerem Jutegewebe oder Nadelholzreisig umwickelt werden. Diese Materialien halten austrocknende Winde ab, lassen aber Luft durch. Das ist enorm wichtig, niemals sollten Sie Ihre Pflanzen in Plastikfolien, auch nicht in perforierte, einpacken, denn unter Folien entwickeln sich schnell Hitzestaus und Kondenswasser, welche Triebfäulnis hervorrufen und die Pflanzen somit schwächen.

Immergrüne Pflanzen im Winter wässern:

Immergrüne Gehölze wie Bambus, Ölweiden, Glanzmispeln und Kirschlorbeer haben auch im Winter Durst, bei Sonneneinstrahlung verdunsten sie über ihr Laub Wasser, bekommen aber bei gefrorenen oder trockenen Böden nicht genügend Wasser nach, sodass sie schlichtweg vertrocknen. Nach einem trockenen Herbst oder an trockenen Standorten sollten diese Pflanzen vor dem Winter noch einmal durchdringend gewässert werden. Ist der Winter trocken und sonnig, sollten frostfreie Perioden ebenfalls zum Gießen genutzt werden, gerade junge immergrüne Pflanzen, welche mit ihren Wurzeln noch nicht in tiefere Bodenschichten vorgedrungen sind, werden es Ihnen danken.

Gräser zusammenbinden:

Pampasgräser und andere Ziergräser reagieren im Winter empfindlich auf übermäßig viel Feuchte. Binden Sie deshalb deren Halme oben zusammen, das Regenwasser läuft dann an den Halmen ab und das Herzstück des Horstes bleibt trocken. Außerdem bildet das viele trockene Laub auch einen Winterschutz in sich.

Frostharte Kübelpflanzen auf Balkon und Terrasse

Viele Gartengehölze und -stauden sind ausgepflanzt frosthart, als Kübelpflanze verwendet muss ihnen jedoch etwas mehr Aufmerksamkeit und Pflege zukommen. Kübel frieren schnell durch, sodass bei sehr starken Frösten die Wurzeln Schaden nehmen können. Außerdem ist bei völlig eingefrorenen Kübeln und Wurzelballen die Wasserzufuhr für die Pflanzen unterbrochen. Dies ist insbesondere bei Immergrünen ein Problem, welche auch im Winter auf Wasser angewiesen sind. Bei Sonneneinstrahlung tauen ihre Blätter auf und verdunsten Wasser, sie können aber aus dem vereisten Boden kein Wasser aufnehmen und leiden somit im Winter häufig unter Trockenstress. Nutzen Sie frostfreie Perioden zum Gießen.

Mit Hilfe bestimmter Schutzmaßnahmen können Rosen, Nadel- und Ziergehölze, Kugelbäumchen und Kirschlorbeer durchaus im Freien auf Balkon und Terrasse überwintern. Packen Sie hierfür die Kübel ca. 10cm dick in eine Isolierschicht aus Kokosfasermatten, Jute oder Sackleinen ein, das erschwert dem Frost das schnelle Durchdringen der Kübelwand und ermöglicht ein langsames, wurzel- und gefäßschonendes Einfrieren. Die Erdoberfläche kann mit Kokosscheiben oder Reisig abgedeckt werden.

Auch die oberirdischen Pflanzenteile sollten vor Wintersonne und Austrocknung geschützt werden, sonst können bei starken Temperaturschwankungen Spannungsrisse in der Rinde entstehen. Hierfür gibt es spezielle Vlieshauben, es können aber auch Jute, Sackleinen oder Fichten-/Tannenreisig verwendet werden. Ein solcher Winterschutz kann durchaus sehr dekorativ gestaltet werden.

Um die Gefäße vor Frostrissen zu schützen ist es ratsam, diese auf kleine Füße zu stellen, so fließt sämtliches Überschusswasser ab und frostfeste Gefäße nehmen keinen Schaden.

All diese Maßnahmen helfen Ihnen Ihre Pflanzen sicher zu überwintern, bei extrem starken Frösten sind Winterschäden dennoch nicht 100%ig auszuschließen, dann können Sie Ihre Pflanzen nur schützen, indem Sie sie an geschützte, kühle (ungeheizte) Räume (Garage, Wintergarten) transportieren.

Winterschutz für nicht frostharte Kübel- und Gartenpflanzen

Zwiebel- und Knollenpflanzen

Es gibt eine Vielzahl an Zwiebel- und Knollenpflanzen, wie Dahlien- und Gladiolenknollen, welche nicht winterhart sind. Diese müssen deshalb Jahr für Jahr im Herbst ausgegraben und an einem frostfreien Platz überwintert werden. Holen Sie die Knollen vorsichtig im Herbst aus der Erde, dann müssen sie etwas abtrocknen und können danach, zum Beispiel im Keller, eingelagert werden. Während des Winters muss nur darauf geachtet werden, dass die Knollen nicht austrocknen.

Beet- und Balkonpflanzen

Mehrjährige Beet- und Balkonpflanzen müssen frostfrei überwintert werden. Das ideale Winterquartier für beispielsweise Geranien ist hell und kühl (ca. 5°C), vor dem Einwintern sollten alle Triebe etwa um die Hälfte zurückgeschnitten und alle Blüten ausgebrochen werden. In der kalten Jahreszeit brauchen die Pflanzen auch wesentlich weniger Wasser, sollten jedoch nicht vollständig austrockenen.

Mediterrane Kübelpflanzen

Mediterrane Kübelpflanzen, wie Oleander, Bougainvillea, Zitruspflanzen, Kamelien und verschiedene Palmenarten benötigen ein frostfreies Überwinterungsquartier. Sie sind in ihrer Heimat keine strengen und langen Frostperioden gewohnt. Je nach Pflanzenart wollen sie im Kalt- oder Warmhaus überwintern.

Kalthauspflanzen bevorzugen Temperaturen zwischen 0°C und 10°C in der kalten Jahreszeit. Hierzu gehören unter andern die Olive, der Echte Lorbeer, der Oleander und viele Kamelien. Warmhauspflanzen dagegen bevorzugen noch wärmere Temperaturen, nämlich solche zwischen 10°C und 15°C, in diese Gruppe gehören beispielsweise Strelitzien, Aloe-Arten und Calamondin-Orangen. Die meisten dieser Pflanzen bevorzugen eine helle Überwinterung, außerdem ist darauf zu achten, dass ihr Wasserbedarf im Winter verringert ist.

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