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Als Hobbygärtner fällt es sichtlich schwer, aus dem riesigen Angebot die richtige Blumenerde auszuwählen. Hier ein paar Tipps wie Sie zum Profi werden können.

Nährstoffvorrat, Tongehalt, Wiederbenetzbarkeit und Strukturstabilität sind Schlagwörter mit denen man sich beim Kauf der richtigen Blumenerde selten auseinandersetzt. Doch ist für einen guten Pflanzerfolg die richtige Erde von größter Bedeutung. Deshalb stellen wir unseren Kunden, unter der Marke Keller Premium Erde unsere hauseigene Rezeptur zu Verfügung.

Woraus besteht eigentlich Blumenerde? Blumenerde ist eine Mischung und sollte im Wesentlichen aus Hochmoortorf bestehen. Dieser lässt sich je nach seinem Alter in Weißtorf und Schwarztorf unterteilen. Weißtorf ist jünger und von seiner Struktur her grober als Schwarztorf. Dies ist für die Pflanzenwurzel von entscheidender Bedeutung, da sie nicht nur Wasser sondern auch Sauerstoff benötigt. Zudem unterliegt Torf einem permanenten Zersetzungsprozess der bei Schwarztorf schon weiter fortgeschritten ist als bei dem jüngeren Weißtorf. Somit gilt entgegen der landläufigen Meinung nicht „je schwärzer desto besser“ sondern hell und von ihrer Struktur her grob sollte die Blumenerde sein.

Der Torf hat aber noch weitere Funktionen, als nur der Wurzel Halt zu geben. Er speichert Wasser und Nährstoffe. Hier spielt die Art des Torfes und das Abbauverfahren eine große Rolle. So gibt es verschiedene Abbauverfahren, die sich in der Qualität des Endproduktes widerspiegeln. Zum einen das Abfräsen der Torfschichten, wodurch die Torffasern teilweise zerstört werden und die Struktur verfeinert wird, was ja nicht erwünscht ist, oder der gestochene Sodentorf mit seiner groben Struktur, der im Abbau aber auch teurer ist, was sich letztendlich im Verkaufspreis der Erde widerspiegelt.

Ein weiterer wichtiger Punkt für eine gute Pflanzerde ist der Frost. Dieser wird benötigt, damit sich die Torffasern an ihren Enden aufspleißen, was die Wiederbefeuchtung einer ausgetrockneten Blumenerde erheblich erleichtert. Dadurch wird verhindert, dass eine völlig ausgetrocknete Blumenerde im Balkonkasten beim nachträglichen Gießen kein Wasser mehr aufnimmt.

Der zweite wesentliche Bestandteil ist neben dem Torf der Ton. Auch hierbei gibt es wieder große Unterschiede zwischen Billigerden und Qualitätserden. Genügend Ton in der Erde ist wichtig: zum einen ist er ein Nährstoffpuffer, d.h. er nimmt Nährstoffe auf und gibt diese auch bei Bedarf wieder an die Pflanze ab, zum anderen erleichtert er erheblich die Wiederbefeuchtung einer ausgetrockneten Blumenerde. Gute Blumenerden bestehen zu etwa 20-30% aus Ton. Wobei hier nur die hochwertigen 3-Schicht Tonminerale interessant sind da nur diese die Nährstoffpufferfunktion erfüllen können.

Des weiteren werden noch Zuschlagsstoffe in Abhängigkeit der Pflanzen und Standortansprüche wie z.B. Kalk zur pH-Regulation, Nährstoffe um die Pflanze zu ernähren, Kokos oder Holzfasern um die Struktur zu lockern.

Nun zu guter letzt noch ein Wort zur Torfabbauproblematik. Bis heute gibt es noch keinen Ersatz für Torf, der die für den Pflanzerfolg nötigen Eigenschaften hinreichend erfüllt. Mit Sicherheit handelt es sich beim Torfabbau um einen Eingriff in ein Ökosystem, doch ist dieser nur von begrenzter Dauer. Nach dem Abbau der gewünschten Torfschichten werden die Moore wieder renaturiert, so dass sich die dortige Flora und Fauna wieder ansiedeln kann. Es bleibt also keine Wüste zurück. Fakt ist, dass die riesigen Torfflächen im Baltikum und Russland aufgrund ihrer immensen Größe praktisch unerschöpflich sind, so dass jeden Tag mehr Torf nachwächst als abgebaut werden kann. Für diese Länder ist der Torfexport ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und schafft dort in armen Regionen die nötigen Arbeitsplätze.

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